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Das grosse Geschenk

April 2014: Ein Arbeitskollege steht im Büro und fragt, wer eine Eisenbahnanlage haben möchte. Auf die Frage, warum er einfach so eine Eisenbahnanlage verschenkt, hörte ich dann folgendes:

Mein Arbeitskollege hatte vor kurzem sein Nachbarhaus gekauft. Dort wohnte ein leidenschaftlicher Modellbahner mit dem Namen „Spitzbart“, der über Jahrzehnte hinweg Anlagen gebaut hat. Nach seinem Tod wollten die Erben des Hauses nichts davon wissen. Zwei kleinere Anlagen und einiges an Zubehör waren bereits verschenkt, die grösste Anlage stand aber noch. Zwecks Renovierung musste diese nun auch aus dem Keller.

Als ich die Anlage das erste Mal sah, verschlug es mir schier die Sprache: ein kompletter Kellerraum auf drei Seiten zugebaut. Die Unterkonstruktion wuchs mit der Anlage vollkommen chaotisch, auch weil die Grundplatten der Anlage immer wieder angestückelt wurden und zum Teil schon auf Grund des Gewichts durchhingen. Zahlreiche nachträglich untergeschraubte Stützen stabilisierten die Platte so irgendwie. Zwei Wochenenden lang wurde die Anlage dann abgebaut. Die Platten zersägt , um in vier Teilen per Anhänger zu mir gebracht werden zu können.

Zuhause angekommen war klar, dass auf Grund sowohl des Aufbaus als auch der Beschädigungen die Anlage so nicht wieder aufgebaut werden konnte. Über die Jahre waren bis zu 7 Schichten Gips übereinander „gewachsen“ und die Verkabelung lief vollkommen chaotisch kreuz und quer durch sämtliche Schichten. Also fasste ich schweren Herzens den Entschluss, die Anlage sorgfältig abzubauen und so viel wie möglich an Kleinteilen zu retten. Also das bestehende erst mal fotografiert und dann in wochenlanger Fieselarbeit alles zerlegt und sorgfältig sortiert. So hatte ich eine gute Grundlage für eine neue Anlage, die seitdem beständig wächst.